Auszeiten – warum du sie dir immer wieder nehmen solltest

    ...und wie sie dir dabei helfen können, zurück zu deiner inneren Stimme zu finden.

    „Wer Unnützes tut, macht Unmögliches möglich.“ Diesen Satz sagte kürzlich eine für mich und mein Leben bedeutsame Frau zu mir, der ich mich in Dankbarkeit verbunden fühle. Ich hatte gerade  eine Weiterbildung zum Coach begonnen, einfach so aus Interesse, nur für mich, ohne zu wissen, ob ich sie am Ende beruflich würde nutzen können. 

    Und du? Tust du öfter Dinge, die keinen unmittelbaren Zweck haben? Einfach nur so? Oder steht dein kompletter Tag unter dem Diktat des Umzu? Reichen dir 24 Stunden am Tag nicht aus für all das, was du zu tun hast? Sind deine Tage oft durchgeplant bis in die letzte Minute und trotzdem wird die To-do Liste immer länger? Oder verlierst du dich im Alltagstrott des immer Gleichen? Fehlt dir Zeit für dich, rennst du nur noch von A nach B? Oder hast du das Gefühl, du schaffst nichts, und wenn du mal Zeit hast, bist du zu erschöpft, um noch zum Sport zu gehen oder sonst was Interessantes zu machen und bleibst stattdessen auf der Couch oder vor dem Fernseher liegen? 

    So ging es mir lange Zeit und für nicht wenige von uns, kann das schnell zum Alltag werden. Ehe man sich versieht, ist kein Raum mehr da für die Begegnung mit sich selbst, für inneres Wachstum und zweckfreie Auszeiten außerhalb von Erschöpfung. 

    Wir wachsen hinein in eine Gesellschaft, in der schon in der Schule hauptsächlich für Noten gelernt wird; studiert wird, um einen guten Job zu bekommen; gearbeitet wird, um Geld zu verdienen. Das ist ja alles nicht per se falsch, aber VIEL ZU WENIG für ein erfülltes Leben. 

    Fangen wir mit der Schule an, etymologisch kommt der Begriff Schule vom griechischen Wort scole und das heißt MUßE. Ist das nicht verrückt? Mit Zeiten der Muße würde wohl heute in Zeiten des G8 und des durchgetakteten Studiums kaum noch einer die Schul- und Studienzeit in Verbindung bringen. 

    Im antiken Griechenland hingegen wurde die scole als Zeit der Muße abgegrenzt von der Zeit der Arbeit und sogar von der Zeit der Erholung. Während die Arbeit nötig war, um den Lebensunterhalt zu bestreiten und die Zeit der Erholung nötig, um wieder Arbeiten zu können, war die Zeit der Muße die Zeit, in der man seiner BESTIMMUNG ALS MENSCH nachgehen konnte.

    Scole war für Aristoteles die Zeit, die zweckfrei war, in der man zu sich selbst kommen und sich im wahrsten Sinne des Wortes bilden konnte. Und Bildung hieß damals nicht, wie heute oft missverstanden, Wissen anzuhäufen, um fit zu werden für den Arbeitsmarkt. 

    Studien zufolge haben viele Arbeitnehmer bereits innerlich gekündigt, weil sie keinen Sinn mehr in ihrer Arbeit finden können, wissen aber keinen Ausweg, weil sie Geld verdienen müssen. 

    Wäre es nicht viel schöner, wenn du die Dinge um ihrer selbst willen tätest, weil du liebst, was du tust? Dafür musst du DICH aber kennenlernen, auf deine INNERE STIMME hören und nicht auf all die lauten Stimmen im Außen und der allgemeinen Berieselungs- und Ablenkungsindustrie. 

    Ideal wäre es, wenn sowohl die Schule dazu verhölfe, auf die innere Stimme zu hören und als auch die Zeit des Studiums ausreichend Zeit ließe, sich selbst tiefer kennenzulernen und die Persönlichkeit weiter zu entwickeln. Dann würden sich vermutlich weniger Menschen in einer Arbeit wiederfinden, die nicht zu ihnen passt, sondern etwas tun, in dem sie ihr Potenzial entfalten und ECHTEN MEHRWERT in die Welt bringen könnten. 

    Denn wenn wir bei der Arbeit jemand anderer sein müssen, als wir in Wirklichkeit sind, oder wenn das Umfeld, in dem wir arbeiten, nicht zu uns passt, dann sind wir nicht in unserer Kraft und unsere Arbeit raubt uns unsere Energie. Wir können uns dann nicht mit unserem ganzen Sein, mit Kopf und Herz einbringen und das macht auf Dauer unzufrieden und lässt uns immer müder und kränker werden.  

    Da kann es helfen, bevor der Körper den Dienst versagt, aus dem Hamsterrad auszusteigen, eine Auszeit zu nehmen und in Distanz zu gehen zum Alltagsleben und so das Ganze des Lebens, eigene Wünsche und Ziele wieder in den Blick zu nehmen.  

    Nicht jeder von uns kann eine Weltreise machen, um sich neu zu sortieren, daher muss es uns gelingen, im Alltag Oasen der Besinnung einzubauen und nicht alles mit Freizeitaktivitäten vollzupacken. Heute, wo man schon von Freizeitstress spricht, ist dies eine besondere Herausforderung. Wer wagt es schon, sich einfach mal eine Auszeit zu nehmen und nichts zu tun.  

    Muße ist zweckfreies Tun, das einen Wert in sich selbst hat. Muße ist, wenn mal nichts von Außen in uns hineinkommt an Eindrücken, sondern wir auf die Impulse in uns achten und etwas AUS UNS herauskommen darf.  

    Kürzlich habe ich folgendes Zitat von Susanne Schneider gelesen: „Ich habe die Schiebetür des Autos aufgemacht, mich hingesetzt, aufs Wasser geschaut. Und auf die wiederkehrende Frage: „Was machst du, wenn dir dabei langweilig wird?“, habe ich geantwortet: „Die Frage ist falsch gestellt. Wenn mich alles andere langweilt, schaue ich aufs Wasser.“

    Die meisten von uns lieben entweder das Meer oder die Berge, auch der Wald steht wieder hoch im Kurs. Als bräuchte es den Anblick der Weite und Größe der Natur, um zu uns zu kommen, um neue Kraft und Energie zu tanken. Es scheint, als lade die Natur uns dazu ein, Bilanz zu ziehen und die Prioritäten, die wir gesetzt haben zu überprüfen. 

    Ich tue nun öfter ohne schlechtes Gewissen nichts oder gehe in den Garten und schaue den Pflanzen beim Wachsen zu.

     

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    Über die Autorin

    Agnes Uken

    Als Philosophie – und Deutschlehrerin hat Agnes sich schon immer mit existentiellen Fragen befasst. Es hat ihr viel Freude gemacht, den Schülern ihre Begeisterung für ihre Fächer nahe zu bringen. Gerade im Philosophieunterricht geht es darum, sich in seinem eigenen Denken und Handeln besser zu verstehen.  Der kurze und markante Spruch “Erkenne dich selbst!” befand sich nicht zufällig in der antiken Stadt Delphi am Tempel des Apoll eingemeißelt.

    Die Aufforderung mag sich zunächst einfach anhören, letztlich geht es aber darum, sich immer wieder die Frage zu stellen: Wer bin ich und was will ich aus meinem Leben machen, wonach will ich es ausrichten? Denn nur so lässt sich das Leben im Einklang mit sich selbst und anderen selbstbestimmt gestalten.

    Durch ihre Krebserkrankung hat Agnes ihr Leben neu ausgerichtet. Sie kann heute aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr im System Schule arbeiten. Gerne – und manchmal mit Wehmut – denkt sie allerdings an die philosophischen und persönlichen Gespräche mit den Schülern zurück.

     

    Weiterführende Lektüre und Podcasts:

    1
    Buchtipp: Muße. Vom Glück des Nichtstuns. - Ulrich Schnabel

    2
    Buchtipp: Auf die innere Stimme hören. Wie Sie Sinn, Glück und Erfüllung finden. - Holger Eckstein

    3
    Podcast-Tipp: Happy, Holy & Confident Podcast Folge 137 - Laura Marina Seiler

    Hier gehts zur Podcast-Folge #137 zum Thema Auszeit nehmen von Laura Malina Seiler.

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